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23.12.2020

Schätze sammeln




„Wirklich reich ist der, der mehr Träume in seiner Seele hat, als die Wirklichkeit zerstören kann.“ (Hans Kuppa)



Zur Situation

Eine Psychologin, die Krebspatienten begleitet, erzählt mir: „Wenn ich zu den Patienten komme, erlebe ich zunächst oft eine gedrückte Stimmung. Ich frage die Patienten: „Was gab Ihnen bislang in Ihrem Leben Kraft in schwierigen Zeiten?“ Viele sagen, dass die Natur ihnen wichtig geworden sei. Dann lasse ich sie davon erzählen und reise mit ihnen in der Erinnerung an diese Orte. Andere sagen, dass sie große Freude an ihren Enkeln haben. Dann lasse ich sie Geschichten erzählen von Erlebnissen mit ihren Enkeln. Und während sie erzählen, geschieht etwas mit ihnen: sie blühen auf. Das, woran sie sich erinnern, wird beim Erzählen lebendig. Sie spüren ihren inneren Reichtum. Wenn ich nach solchen Gesprächen den Raum verlasse, hat sich die Atmosphäre verändert.

Was dahinter steht

Gerade in Zeiten, in denen man viel entbehren muss, liegt die Herausforderung darin, den Blick immer wieder auf das Lichtvolle zu lenken: auf das Beständige, auf das Bestärkende oder das, was man in dieser Zeit neu hinzugewonnen hat. Wenn wir die Situation annehmen, wie sie ist und dann den Blick auf das richten, was uns stärkt, können wir in dieser Situation Zugang finden zu unserem Reichtum.

Dazu eine Geschichte
Eine weise Frau reiste durch die Berge. Eines Tages fand sie in einem Bachlauf einen wertvollen Stein. Sie hob ihn auf, hielt ihn bewundernd ins Licht und steckte ihn schließlich in ihre Tasche.
Am nächsten Tag traf die Frau einen Wanderer. Da der Mann hungrig war, bot die Frau ihm etwas Essen an. Sie öffnete ihre Tasche, um ihr Brot zu teilen. Dabei entdeckte der Wanderer den wertvollen Stein. „Gib mir den Stein“, bat der Wanderer staunend. Ohne zu zögern reichte die Frau ihm den Stein. Der Wanderer ergriff ihn, sprang auf und machte sich schnell davon, denn ihm war klar, dass der Stein sehr wertvoll war. Die Frau blickte ihm nach und murmelte: „Ja, mein Lieber, behalte ihn ruhig, ich schenke ihn dir.“
Einige Tage später kam der Mann jedoch zurück zu der Frau und gab ihr den Stein wieder.
„Ich habe nachgedacht.“, sagte er. „Ich weiß, wie wertvoll dieser Stein ist. Aber ich gebe ihn dir zurück. Das tue ich in der Hoffnung, dass du mir etwas viel Wertvolleres dafür schenken kannst. Bitte gib mir etwas davon, was es dir möglich machte, mir diesen Stein zu schenken.“ (unbekannt)
Meine Kraft- und Energiequellen
Was sind die inneren und äußeren Schätze der Frau in der Geschichte? Was sind ihre Kraft- und Energiequellen, die ihr helfen, ihr Leben zu bewältigen und zufrieden zu sein? Diese Ressourcen können sowohl in ihr selbst als auch in ihrer Umwelt liegen:
  • Innere Ressourcen sind z.B. unsere Fähigkeiten, Kompetenzen, Einstellungen, Kraftsätze, unser Humor, Erinnerungen, Visionen, Ziele, Glaube, Spiritualität, Wünsche, Interessen, Hobbies, Entspannungsmöglichkeiten und -techniken, Rituale.
  • Äußere Ressourcen können sein unsere Arbeit, die Freizeit, Natur, Haus und Garten, Gesundheit, Vereine, die finanzielle Absicherung sowie Anker, die mich erinnern an das, was mir wertvoll ist…
  • Beziehungsressourcen sind z.B. unser Partner, die Familie, Haustiere, Freunde, Nachbarn, Gemeinde, soziales Engagement, ein Coach, Therapeut/Arzt.
Dazu eine Übung: Meine Ressourcen

In dieser Zeit des Übergangs kann es gut tun, die eigenen inneren und äußeren Schätze in den Blick zu nehmen. Sie können sich ein Bklatt nehmen und gestalten, indem Sie sich mit folgender Fragestellung beschäftigen:

  • Was macht mein Leben reich?
  • Was sind meine persönlichen Kraft- und Energiequellen?


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