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06.05.2021

Mit Vertrauen durch die Krise




„Mach den ersten Schritt im Vertrauen. Du brauchst nicht den ganzen Weg zu sehen. Mach einfach den ersten Schritt.“
(Martin Luther King)




Wem soll ich vertrauen?



„Ehrlich gesagt weiß ich derzeit nicht so richtig, wie es weitergehen soll. Es gibt zu viele Fragezeichen… Ich bin jemand, der gerne selbst anpackt. Aber derzeit sind mir in vielen Bereichen die Hände gebunden. Ich habe das Gefühl, mir bleibt in manchem nur noch das Vertrauen. Aber damit tue ich mich schwer…“



Wem vertrauen? - dem Leben, Gott oder einer höheren Macht!



Wenn wir uns im Leben entwickeln wollen, bleibt es nicht aus, dass wir Situationen erleben, die wir zuvor noch nicht erlebt haben. Wir betreten Neuland. Wir können also auf keinen Erfahrungsschatz zurückgreifen.  In solchen Situationen bedarf es des Vertrauens. Der ehemalige Mönch Fulbert Steffensky drückt es in einem Bild aus, wie solch ein Vertrauen in das Leben – oder in Gott oder eine höhere Macht – ausschauen kann:

„An einer strömungsreichen Stelle irgendwo am Meer fand ich ein Schild, das Schwimmer warnt und das ihnen empfiehlt, für den Fall, dass eine Strömung sie erfasst, sich nicht gegen den Sog zu wehren. Die Strömung führe wieder zurück, sagte der Text. Man solle seine Kräfte nicht sinnlos verbrauchen, sondern sich vom Wasser selber zurücktragen lassen.“

Wie muss ein Mensch beschaffen sein, der handeln kann, wie das Schild ihm rät?
Er müsste…

  • wissen, dass das Leben seine Gesetze hat und es nicht unberechenbar und chaotisch ist.
  • zugleich darauf vertrauen, dass diese Gesetze dess Lebens immer Geltung haben und verlässlich sind.
  • geduldig sein und auf die Durchsetzung seines unmittelbaren Zieles, jetzt sofort Boden unter den Füßen zu spüren, verzichten.
  • zugeben können, dass er nicht ständig Herr der Lage und die Strömung nicht kontrollieren kann.
  • einen Glauben haben an den Zusammenhang des Ganzen, eine geduldige Hoffnung auf einen guten Ausgang trotz der augenblicklichen Gefahr.


Wem vertrauen? - mir selbst




Auch wenn wir die Strömung nicht kontrollieren können, können wir lernen, wie wir uns diese zunutze machen können. Auch wenn in Krisenzeiten das Selbstvertrauen geschwächt sein mag, kann es gerade durch die Krise hindurch wachsen. Was kann das Selbst-Vertrauen stärken?
  • Sie haben auch in der Vergangenheit schon einiges geschafft. Auch wenn das Erreichte zeitlich zurückliegt, sind die Fähigkeiten immer noch in Ihnen vorhanden. Die Frage hilft: „Was hat mir bisher geholfen, Krisen zu bewältigen?“
  • In Krisen fahren wir oft auf Sicht. Wenn ich mir die Frage stelle: „Worin liegt der nächste und notwendige Schritt?“ entsteht der Weg unter meinen Füßen und das Vertrauen in mich wächst: In meine Fähigkeiten, meinen Mut, mein Durchhaltevermögen, mein Urteilsvermögen und meine Intuition.


Wem vertrauen? – anderen!



Wir sind alle auf dem Weg und es ist wohltuend, dass wir nicht alleine unterwegs sind. Wenn wir einander vertrauen, ist vieles leichter. Der Grund, weshalb viele von uns sich schwer damit tun, anderen zu vertrauen, liegt in der bangen Frage: „Kann ich dir vertrauen? Bist du vertrauens-würdig?“ Vertrauen ist immer auch risikobehaftet und kann deshalb enttäuscht werden. Ein Gespür für das richtige Maß zu entwickeln, wem ich vertrauen kann, ist eine Kunst, die manchmal auch über Versuch und Irrtum erlernt wird. Wenn wir offen für Erfahrungen sind, entwickeln wir mit der Zeit eine Intuition, wer es gut mit uns meint und wem wir einen Vertrauensvorschuss geben können.
Wem können und wollen Sie Ihr Vertrauen schenken?



Abschließend



  • „Mach den ersten Schritt im Vertrauen. Du brauchst nicht den ganzen Weg zu sehen. Mach einfach den ersten Schritt.“ (Martin Luther King) Was ist für Sie in Ihrer gegenwärtigen Situation der erste konkrete Schritt?
  • Und anders herum: Was können Sie dafür tun, damit andere Ihnen vertrauen? Denn „nichts kann den Menschen mehr stärken, als Vertrauen, das man ihm entgegenbringt.“ (Paul Claudel)




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