Impuls

19.09.2021

In drei Schritten zu besserem Schlaf




„Eigentlich liebe ich meinen Schlaf! Ich vermisse niemanden, kann nichts falsch machen, die Zeit vergeht wie im Flug und ich darf noch träumen.“ (unbekannt)





1. Zur Situation



„Ich bin in letzter Zeit beunruhigt, weil ich oft nachts aufwache und nicht mehr einschlafen kann“, erzählt Friedrich.



2. Was die Situation in mir auslöst



„Welche Gedanken kommen dir, wenn du nachts aufwachst?“, frage ich Friedrich. „Ich denke mir: Wenn ich jetzt nicht mehr einschlafe, bin ich morgen gerädert und müde und dann wird der Tag für mich zur Hölle.“ – „ Was lösen diese Gedanken bei dir aus?“, frage ich weiter. „Meistens einen leichten Anflug von Panik. Ich möchte mich zum Schlafen zwingen.“ – „Unterm Strich kann man also sagen, dass die Gedanken und Gefühle genau das Gegenteil dessen bewirken, was du eigentlich erreichen möchtest?“ – „Ja, genau so ist es.“




Dazu eine Geschichte



Ein Schüler geht zu einem Meister. Er sagt, er wolle unbedingt dessen Kampfkünste lernen. Und fragt, wie lange das wohl dauern würde. Zehn Jahre“, antwortet der Meister. Der ungeduldige Schüler ist nicht zufrieden mit dieser Antwort. Das muss doch schneller gehen, denkt er. Also betont er, er wolle es wirklich schneller schaffen und sei bereit, jeden Tag mindestens 15 Stunden hart daran zu arbeiten, ach was, Tag und Nacht, wenn’s sein muss, wirklich unbedingt wolle er das. Wie lange es denn in diesem Fall dauern würde? „Zwanzig Jahre“, antwortet der Meister. „Ich verstehe nicht, Meister“, sagt der enttäuschte Schüler, „warum es dann noch länger dauern soll?“ „Es ist Dein übermäßiges Wollen, das Dir Kraft entzieht. Wenn Du ein Auge auf dem Ziel hast, kannst Du nur noch mit einem Auge auf den Weg schauen.“ (überliefert)


Was ist JETZT dran?



Schlafstörungen sind weit verbreitet. Je mehr man sich jedoch dagegen innerlich wehrt, desto mehr Stress entsteht. Wenn eine Schlafstörung lange anhält oder eine Erkrankung die Ursache der Schlafstörung ist, steht deren Behandlung durch den Arzt an erster Stelle. Unterstützend kann man auch selbst etwas gegen Schlafstörungen tun.



Love it!




An Friedrich gewandt fahre ich fort:  „Es ist hilfreich zu akzeptieren: Ich bin wach. Denn wenn du das ablehnst, was sich nicht ändern lässt, erzeugt das Stress und Druck. Es lässt sich nur das ändern, was angenommen ist. Wenn du akzeptierst, dass du heute Nacht vielleicht nicht mehr schlafen wirst, ändert das die Erwartungshaltung.
Du kannst dir sagen: „Es wird andere Zeiten geben, in denen ich wieder schlafen kann. Irgendwann holt sich der Körper was er braucht.“

Darüber hianus: Der Gedanke „Morgen bin ich todmüde“ macht es zusätzlich schwer. Wir haben mehr Kraft als wir manchmal glauben. Vielleicht ändert es schon etwas, wenn ich denke: „Mir wird genügend Kraft zur Verfügung stehen.“



Change it!



Die nächste Option besteht darin, sich zu überlegen, was man tagsüber dafür tun kann, nachts besser schlafen zu können. Wir überlegen gemeinsam:
  • Was hilft tagsüber, Dinge zu verarbeiten, damit dies nachts nicht geschieht? Zum Beispiel: sich bewegen, Sport treiben, aufwühlende Gedanken in ein Tagebuch schreiben oder Angelegenheiten, die Kraft kosten, klären.
  • Abends eine To-Do-Liste schreiben, um den Kopf frei zu bekommen.
  • Für eine entspannende Abendgestaltung sorgen, die den Tag langsam ausklingen lässt. Viel Fernsehen, Internet oder ein spannender Thriller können dagegen kontraproduktiv sein.
  • Abends oder nachts, wenn man wachliegt eine meditative Übung machen (Autogenes Training, oder eine meiner Meditationen unter „nimms leicht“ bei Musikstreamingdiensten…).
  • Wenn man schlecht schläft, könnte dies auch daran liegen, dass das Bett an einem ungünstigen Schlafplatz steht. Das Bett umzustellen kann dazu führen, dass man einen besseren Schlaf findet.
  • Ein warmes Bad am Abend, ruhige Musik, unterstützende Naturheilmittel, wohltuende Düfte… können den Schlaf unterstützen.
  • Eine gute Schlafhygiene. Dazu gehört die Vermeidung von blauem Licht (auch am Computer und Handy) vor dem Schlafengehen, Dunkelheit im Zimmer, Frischluftzufuhr über Nacht, die Vermeidung von Störgeräuschen und eine Matratze, die auf den Körper abgestimmt ist. Ohrstöpsel und Schlafbrille erhöhen die Schlafqualität sofort und kostengünstig.


Leave it!



„Wenn du aufgewacht bist und akzeptierst, dass du jetzt im Moment wach bist und nicht schläfst, geht vielleicht schon ein Stück des Druckgefühls und der Panik. Und dann ist die Frage, was du mit der `gewonnenen` Zeit anstellst.“
  • Wenn man aufwacht, konsequent aufstehen, wenn man weiß, dass man sich sonst nur herumwälzt. Man kann sich fragen: „Was tut mir JETZT gut, wenn ich nicht schlafen kann?“
  • Marianne erzählt: „Wenn ich nachts nicht schlafen kann, dann bügle ich. Das entspannt mich. Irgendwann werde ich wieder müde und lege mich hin.“


Fazit



Friedrich resümiert für sich: „Das entscheidende für mich ist der Gedanke, dass ich mich innerlich gegen die Schlaflosigkeit gewehrt habe und diese sich dadurch verstärkt hat. Wenn ich das nächste Mal wieder aufwache, stehe ich auf und überlege mir, womit ich die `geschenkte` Zeit verbringen werde.“



Zur Vertiefung...



Mein neuer Podcast „Wieder einschlafen“ ist passend zum heutigen Impuls. Herzliche Einladung zu dieser Übung!






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