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24.11.2020

Die dunkle Nacht der Seele




„Man muss durch die Nacht wandern, wenn man die Morgenröte sehen will.“ (Khalil Gibran)



Impulsgedanken zum Spruch
Für viele ist der November kein einfacher Monat – und in diesem Jahr ist er vielleicht noch schwerer zu ertragen als üblich.
Vielleicht erleben Sie in dieser Zeit das, was man als die „dunkle Nacht der Seele“ bezeichnen kann. Wenn man sich in dieser befindet, fühlt man sich getrennt vom eigenen Wesen und es tauchen die düsteren Anteile in uns auf: dunkle Gedanken, Urängste, Antriebslosigkeit, Schwere, Depression etc.
Es nützt nichts, sich dagegen wehren zu wollen. Je mehr man sich gegen die eigenen dunklen Anteile stemmt, desto mehr Macht erhalten sie und desto mehr verliert man sich in ihnen.

Was kann also helfen?
Dazu ein Vergleich: als ich im Sommer mit meinen Jungs beim Zelten war und die Nacht kam, wurde es meinem Jüngsten etwas unheimlich. Wie es sch gehört, haben wir ein Lagerfeuer angemacht. Der Blick aufs Feuer hat ihm die Angst vor der Nacht etwas genommen. Und vor allem meine Versicherung, dass das Feuer die wilden Tiere vertreiben würde.
Dieser Vergleich macht deutlich: die Nacht ist da und sie zu leugnen bringt nichts. Aber um sich nicht ganz von der Nacht ergreifen zu lassen, hilft es, ein Feuer anzuzünden.

Das Beste, was wir tun können, wenn wir uns in der dunklen Nacht der Seele befinden ist, dass wir versuchen, diese als einen Teil unserer Realität anzunehmen und uns zugleich auf die positiven, lichtvollen, lebendigen Dinge zu konzentrieren, so gut es eben geht. Es ist wichtig, dass wir – angesichts der Finsternis in uns – immer wieder danach Ausschau halten, was es uns leichter macht und darauf vertrauen, dass die Sonne auch für uns wieder aufgehen wird.

Denn auch dies ist eine Lebensweisheit: Wer mutig durch die eigene Dunkelheit gegangen ist, spürt anschließend noch viel mehr das eigene innere Licht. So ist es auch in diesenTagen, in denen wir uns befinden: Wir können gewiss sein, dass sich das Licht wieder in uns und in der Welt ausbreiten wird. Denn jede dunkle Nacht hat ein helles Ende.

So war es auch beim Zelten: am nächsten Tag war mein Jüngster stolz auf sich und seinen Mut 😉



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