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22.02.2021

Achtsamkeit schafft Frieden




„Frieden beginnt damit, dass jeder von uns sich jeden Tag um seinen Körper und seinen Geist kümmert.“ (Jon Kabat-Zinn)



Zur Situation
„Gestern habe ich mich mit einem Kollegen auf eine Diskussion eingelassen. Da könnte ich mich jetzt noch tierisch aufregen! Der gehört doch tatsächlich auch zu  den „Coronaleugnern“! Wie kann man die notwendigen Maßnahmen so kritisch sehen und die Gesundheit der anderen so leichtfertig gefährden?“, erzählt mir eine Kollegin aufgebracht.

Was dahinter steht
Durch die Dauer der Pandemie haben viele das Gefühl, „dünnhäutiger“ zu werden. Man kann feststellen: Die Emotionalität nimmt zu. Im Großen und Ganzen nehme ich drei Befürchtungen, Ängste oder Sorgen im Zusammenhang mit Corona wahr:
  1. Die Sorge vor einer Ansteckung mit Corona und den damit verbundenen gesundheitlichen Konsequenzen sowie die Furcht davor, andere (unwissend) zu infizieren.
  2. Persönliche Zukunftssorgen: Existenzsorgen, finanzielle Sorgen, Überforderung, Einsamkeit, psychische Belastungen, Sorge um die Kinder, Eltern, Freunde…
  3. Die Sorge um das gesellschaftliche Miteinander: Die Furcht vor Radikalisierung einiger Gesellschaftsteile oder die Sorge davor, dass der Staat dauerhaft in die persönlichen Freiheitsrechte eingreift.
Egal, ob bei jemandem die Sorge offensichtlich ist oder sich eher in Form von Wut und Ärger ausdrückt: Jede dieser Emotionen geht einher mit einem Gefühl von Ohnmacht. Aus Sicht der Achtsamkeit sind diese drei Sorgen alle gleichwertig und haben ihre Berechtigung. Alleine schon deshalb, weil sie existieren und von den Betroffenen als belastend empfunden werden. Wenn wir unsere Ängste nicht wahrhaben wollen oder wenn wir sagen: „Deine Sorge zählt weniger als meine!“, schaffen wir Unfrieden.
Achtsamkeit schafft Frieden
Wenn Sie die drei genannten Befürchtungen, Ängste und Sorgen betrachten:
  • Welche der Sorgen überwiegen bei Ihnen? Was hilft Ihnen, damit einen Umgang zu finden?
  • Wenn Sie an Ihr persönliches Umfeld denken: Welche Sorgen begegnen Ihnen dort? Gelingt es, mit denen im Gespräch zu bleiben, die andere Sorgen haben als Sie?
Oft denken wir, dass sich erst der andere oder die Umstände ändern müssen, damit wir wieder glücklich und zufrieden sein können. Die Gefahr dabei ist, dass sich die Umstände nicht in der Art ändern, wie ich es mir wünsche. Oder es kommt eine weitere Bedrohung, die dann wieder dieselben Gefühle in mir auslöst. Und dann? Achtsam zu leben kann helfen, trotz der geltenden Umstände meinen Frieden Stück für Stück (wieder) zu finden.
Achtsamkeit verändert die Art und Weise, wie ich die Welt wahrnehme und anderen begegne. Ich kann mich selbst und den anderen besser annehmen und „sein“ lassen.
Übungen für mehr Achtsamkeit und inneren Frieden
  • Achtsamkeit kann man im Alltag einüben, indem man die Aufmerksamkeit immer wieder bewusst auf das Hier und Jetzt richtet. Wie geht es mir gerade? Was nehme ich wahr an Gedanken, Gefühlen und Eindrücken?
  • Krisen bieten immer die Chance zu erkennen, wo ich mich von mir selbst entfremdet habe und an mir vorbeigelebt habe. Die Krise ist dann eine Art Einladung zur „Kurskorrektur“, um authentischer zu werden.
  • Kann ich den anderen „stehen lassen“, auch wenn er andere Sorgen hat als ich? Ändert sich für mich etwas, wenn ich nicht nur den „Coronaleugner“ sehe, sondern verstehe, was ihn besorgt, ja vielleicht Angst auslöst und ihn zu seinem Handeln antreibt?
  • Wenn wir uns ärgern oder sorgen, engt sich der Blick oftmals ein und wir fokussieren uns auf das Ärgernis. Kann ich den Blick weiten und das entdecken, was „gut“ ist?
  • Diese Zeit, in der der äußere Spielraum stark eingeschränkt ist, kann auch Anlass bieten, mit Hilfe von meditativen Achtsamkeitsübungen Frieden zu schließen mit der Situation, den eigenen Gedanken, Empfindungen und Gefühlen.



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