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28.09.2019

Alles beginnt mit der Bewusstheit




„Der Unbewusste erleidet sein Schicksal. Der Bewusste gestaltet es.“ (Spruch)



Zur Situation:

„Wie geht ihr mit Stress um?“, frage ich. „Also wenn ich es merke, dass ich gestresst bin, dann…“; „In dem Moment, wenn ich mir bewusst werde, dass es mir zu viel wird…“ Dies sind Aussagen, die immer wieder fallen, wenn es um  Stressphasen geht. Alles beginnt damit, dass ich mir dessen bewusst werde, dass es mir zu viel wird und ich mich gestresst fühle. Dies ist der erste und notwendige Schritt. Erst dann kann ich mir überlegen, wie ich mit der Überforderung und dem Druck konstruktiv umgehen möchte.

Dazu eine Kurzgeschichte

Obgleich es des Meisters Tag des Schweigens war, bat ihn ein Reisender um ein Wort der Weisheit, das ihn auf seiner Lebensreise geleiten sollte. Der Meister nickte freundlich, ergriff ein Blatt Papier und schrieb darauf ein einziges Wort: „Bewusstheit.“ Der Besucher war enttäuscht. „Das ist zu kurz. Gebt mir bitte drei Wörter.“ Der Meister nahm das Blatt zurück und schrieb: „Bewusstheit, Bewusstheit, Bewusstheit.“ (nach Anthony de Mello)

Was dahinter steckt

Situationen, die uns mit Wucht treffen, bemerken wir sofort. Sie drängen sich in unser Bewusstsein und fordern uns akut heraus, Ressourcen zu aktivieren. Dies können Unfälle, schlechte Nachrichten oder Krankheiten sein ebenso wie ein Wort, das mich trifft oder das Erkennen eines „Fehlers“.
Es gibt aber auch Phasen, in denen wir eher schleichend in Stress geraten und uns dessen nicht richtig bewusst sind: „Das schaffe ich noch… und das geht auch noch…“ So kommt eines zum anderen und die Überforderung tritt unbemerkt ein. Dann ist es wichtig, eine Strategie zu entwickeln, damit wir bewusst werden und bei Kräften bleiben.

Wie kann ich bewusst werden?
Es gibt also Dynamiken, die führen dazu, dass wir eher unbemerkt in Stress geraten und zunächst gar nicht wahrnehmen, wie wir kopflos durch die Gegend hetzen.
Was kann hilfreich sein, dass wir „aufwachen“ und bewusst werden? Beispiele hierzu:
  • Fest geplante Unterbrechungen und Rituale („Ich trinke jeden Nachmittag um drei Uhr eine Tasse Tee. Komme, was wolle! Da realisiere ich manchmal, dass schon ganz schön viel los war.“)
  • „Anker“, die mich erinnern („Ich habe eine Karte an der Wand, auf der steht: „Wo bist du gerade?“ Der Blick darauf reißt mich manchmal aus meinem Tunnel.“)
  • Partner oder Kollegen, die mich darauf aufmerksam machen dürfen, wenn sie merken, dass ich gerade im Stress bin. („Meine Frau sagt dann immer zu mir: „Komm mal runter.“ Dann weiß ich, dass ich mich wieder selbst verloren habe.“)
  • Regelmäßige Auszeiten („Einen Tag im Monat reserviere ich mir im Kalender komplett für mich. Meistens gehe ich an diesem Tag wandern. Dabei sortiere mich wieder neu.“)
  • Und was hilft Ihnen?