Montagsimpuls

24.02.2026

Nur mal kurz aufs Handy schauen…




„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Freiheit.“ (Viktor Frankl)





Zur Situation



Gestern gab es wieder so einen Moment. Eigentlich will ich auf dem Handy nur kurz nach der Uhrzeit schauen. Zehn Minuten später scrolle ich immer noch durch Nachrichten und Videos. Ich will das eigentlich gar nicht. Und trotzdem passiert es… Als ich das Handy weglege, fühle ich mich unruhiger und unzufriedener als zuvor. Vielleicht kennen Sie das ja auch…😉



Was dahinter steht



Der wiederholte, unbewusste Griff zum Handy findet im Durchschnitt wohl rund 80-mal am Tag statt, wie Studien zeigen. Wir tun dies also, weil wir es trainiert haben. Unser Gehirn liebt Wiederholung. Jeder Griff zum Handy ist ein Trainingsimpuls: Wenn wir warten, uns langweilen oder unsicher fühlen, greifen wir gerne zum Handy. So programmieren wir uns selbst. Das ist keine Charakterschwäche, sondern Neuroplastizität: Was wir häufig wiederholen, wird leichter und automatischer. Unser Gehirn verändert sich durch das, was wir immer wieder tun. So entstehen neuronale Wege in unserem Gehirn. 🛤️




Dazu eine Geschichte: Der Trampelpfad im Gras



Ein Schüler fragte seinen Lehrer: „Warum ist es so schwer, anders zu handeln als sonst?“ Der Lehrer führte ihn über eine Wiese. „Siehst du diesen schmalen Pfad?“ – „Ja.“ – „Er ist nicht geplant worden. Menschen sind ihn immer wieder gegangen.“ – „Und wie verschwindet er?“ – „Indem man aufhört, ihn zu benutzen und beginnt, einen neuen Weg zu gehen.“



Impulsgedanken: Die 3 goldenen Regeln für mehr Bewussheit



Wenn das stimmt, dass wir unser Gehirn durch Wiederholung trainieren, dann braucht es kleine und bewusste Übungen. Eine einfache und bewährte zehntägige Übung beschreibt drei goldene Regeln im Umgang mit dem Handy. Als Training für mehr innere Freiheit zwischen Reiz und Reaktion:

📌 Regel 1: Den Impuls benennen
Bevor Sie Ihr Handy in die Hand nehmen, sprechen Sie laut aus, warum Sie es tun. Sätze wie: „Ich schaue nach einer Nachricht“ oder „Mir ist gerade langweilig“ aktivieren Ihren präfrontalen Kortex – also den Bereich für bewusstes Entscheiden. Wenn der Grund banal klingt, merkt Ihr Gehirn das oft sofort – und der automatische Reflex bricht vielleicht sogar von selbst ab. 🧠

⏳ Regel 2: Die 10-Sekunden-Pause
Wenn Sie den Drang spüren, zum Handy zu greifen: Halten Sie inne. Schauen Sie auf das dunkle Display und warten Sie 10 Sekunden. In dieser kurzen Zeit gewinnt Ihr Bewusstsein die Kontrolle zurück. Wenn wir keine 10 Sekunden warten können, steuert uns das Nervensystem – und nicht umgekehrt. Die gute Nachricht: Jede Pause stärkt die Selbststeuerung. 🌿

📏 Regel 3: Distanz schlägt Disziplin
Legen Sie Ihr Handy nicht direkt neben sich auf den Tisch und behalten Sie es nicht in der Hand oder Hosentasche. Schon eine Entfernung von 40–60 cm – etwa in einer Tasche oder in einem anderen Raum – reduziert das „mal eben auf die Uhr Schauen“ deutlich. Manchmal wirkt ein halber Meter stärker als ein fester Vorsatz. 😉

Die Bonus-Challenge ab Tag 7
Ab dem siebten Tag können Sie die Challenge noch vertiefen und bei Übergängen das Handy weglassen. Kein Handy im Aufzug. Nicht beim Gehen zwischen zwei Räumen. Nicht beim Warten an der Ampel. Diese kleinen Momente der Leere sind die stärksten Trigger. Wenn wir sie aushalten, beginnt unser Gehirn wieder, selbstständig zur Ruhe zu kommen – statt sofort nach Stimulation zu verlangen. Und genau dort wächst neue Freiheit – und mit ihr entstehen neue Wege in unserem Gehirn. 🛤️

Ach ja: Wir haben die Wahl, ob wir uns ärgern, wenn wir wieder unbewusst zum Handy gegriffen haben oder ob wir uns jedes Mal freuen, wenn wir dem ersten Impuls nicht nachgegeben haben.😉



Fazit




Vielleicht kann es eine Idee, den bewussten Griff zum Handy zu üben. Nicht jeder Impuls muss sofort in Handlung übergehen. Vielleicht entdecken wir zwischen Reiz und Reaktion ja diesen inneren Raum der Freiheit. Und wer weiß – vielleicht ist er größer, als wir denken.✨





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